Autogene Drainage nach J. Chevaillier

Theoretische Grundlagen
Die Autogene Drainage (AD) ist eine Technik, die auf Prinzipien der Atemphysiologie basiert. Der dosiert beschleunigte Ausatemfluss ist dabei die treibende Kraft um Schleim zu mobilisieren und transportieren. AD ist eine Sammlung einzelner wichtiger Prinzipien, die den Patienten befähigt, die bestmögliche Technik individuell, dem jeweiligen Zustand angepasst, zur Sekretmobilisation zu entwickeln

Lungenfunktionsuntersuchungen haben gezeigt, dass eine richtig dosierte Exspiration den Ausatemfluss und das Ausatemvolumen, im vergleich zur forcierten Expiration optimieren. Dieser optimierte Ausatemfluss dauert länger an. Dabei wird der Schleim während jeder Exspiration über eine grössere Distanz transportiert. Durch die Anpassung des Atemzugsvolumen in kleiner, mittlerer und hoher Atemmittellage, wird in Abhängigkeit von der Sekretlokalisation in peripheren, mittleren oder zentralen Atemwegen eine verbesserte Flussrate in den betreffenden Atemwegsgenerationen erreicht. Dies darf keine eine spürbare Erhöhung des Atemwegswiderstandes in anderen Atemwegen verursachen. Eine korrekt dosierte Ausatemkraft erhöht den bronchialen Widerstand nur wenig und vermindert das Kollabieren der Atemwege in einer frühen Phase der Ausatmung.

Zusätzlich erleichtert es die Ausatmung und reduziert das Auftreten von paradoxen Atembewegungen. Der Hustenreiz ist weniger stark, so dass zu frühes Husten besser unterdrückt werden kann.

Praxis
In einer ersten Phase wird die Atmung beruhigt, die oberen Atemwege gereinigt und eine atemstimulierende Stellung im angelehnten Sitz oder in Rückenlage eingenommen.
Die langsame diaphragmale oder tief costale Einatmung erfolgt über die Nase. Es folgt eine Atempause (postinspiratorischer Hold) von 3–4 Sekunden während der die oberen Atemwege offen bleiben, sich die Luft gleichmässig über alle Lungenabschnitte und hinter das Sekret verteilen kann. Das inspirierte Atemzugsvolumen ist abhängig von der Sekretlokalisation in den Atemwegen.
Die Ausatmung ist bevorzugt durch die Nase oder dann durch den offenen Mund (Glottis bleibt offen).

Die Ausatemkraft ist so dosiert, dass ein höchstmöglicher Ausatemfluss erreicht wird ohne Atemwegskompression. Das Sekret ist so hör- und spürbar.

Die Wiederholungen dieses Atemzyklus unter Anpassungen des Atemzugsvolumens und -lage sammeln und transportieren das Sekret bis zur Trachea, von wo es mittels Huffen und/oder gezielten Hustenstoss expektoriert werden kann.

Dauer und Häufigkeit
Die Länge und Anzahl der AD-Sitzungen ist abhängig von der Sekretmenge und Viskosität des Sekretes. Geübte Patienten mobilisieren das Sekret schneller und besser. Jede Sekretmobilisation sollte gründlich durchgeführt werden.

Instruktionsbeginn
Sobald die CF-Betroffenen in der Lage sind die Ausatmung zu dosieren und zu variieren kann mit der AD begonnen werden. Dies geschieht durch eine geschulte Physiotherapeutin, die zusammen mit den Eltern die Kinder zirka ab dem 5. bis 6. Lebensjahren anleitet. Die AD kann mit dem Flutter VRP1 kombiniert werden. Die AD fördert eine selbstständige eigenverantwortliche Drainage und befähigt die Betroffenen die Sekretmobilisation unabhängig von Ort, Personen und Hilfsmitteln durchzuführen.