Therapie am Schlingentisch

Bei der Schlingentisch-Therapie erfährt der Patient eine Erleichterung vieler Bewegungen durch die Aufhebung der Schwerkraft. Dabei werden der ganze Körper oder Teile des Körpers in Schlingen gehängt. Das entlastet Wirbelsäule und Gelenke. Eingeschränkte oder ansonsten schmerzhafte Bewegungen werden erheblich erleichtert und wie unter Schwerelosigkeit ausgeführt. Der Zustand gleicht dem Schweben im Wasser.

Ziel der Therapie ist es, dem Patienten die akuten Schmerzen zu nehmen, indem man die betroffenen Gelenke oder Wirbel entlastet. Durch die Einstellung des Aufhängepunktes kann eine Bewegung zusätzlich erleichtert oder erschwert werden.

Wie sieht eine Schlingentisch-Therapie aus?
Während einer Behandlung mit dem Schlingentisch liegt der Patient zunächst bequem auf einer Therapieliege. Das Becken, die Beine aber auch der Kopf und die Arme können in Baumwollschlingen gelegt und an der Decke befestigt werden. Der Körper wird leicht bewegbar und fühlt sich schwerelos an.
Zunächst einmal muss der Therapeut eine Position finden, in der der Patient möglichst schmerzfrei oder zumindest schmerzarm liegen kann. Dabei werden sie durch die Aufhängung entlastet und durch gezielte Traktion (Zug) entspannt. Auf diese Weise lässt oft spontan der Schmerz nach.

Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls mit dem Schlingentisch
Bei einem akuten Bandscheibenvorfall kann der Schlingentisch mit der Becken-Bein-Aufhängung sehr effektiv eingesetzt werden. Der Physiotherapeut übt durch eine Feder Zug auf die gequetschte Bandscheibe aus. Das verschafft dem Patienten eine schnelle Schmerzlinderung. Die entspannende und schmerzlindernde Wirkung des Schlingentischs kann noch durch andere Therapieformen, wie Fangopackungen, Bindegewebsmassagen und Kryotherapie, ergänzt werden. Indem man den Zug variiert und spontan verändert, kann man die Bandscheibe gezielt auf der Seite entlasten, wo der Kern der Bandscheibe ausgetreten ist und auf einen Nerv drückt.
Der Physiotherapeut kann darüber hinaus kleine intermittierende Extensionen ausüben. Das bedeutet der Zug wird im Wechsel verstärkt und wieder entspannt, das fördert die sogenannte Resorption. Auf diese Weise wird Flüssigkeit, die sich durch die Reizung und Entzündung im Bandscheibensegment gebildet hat, zum Abtransport angeregt.
Nach der Behandlung des akuten Schmerzes ist es wichtig, die Muskulatur des Patienten wieder anzuregen, damit die durch den Bandscheibenvorfall eingenommenen Schonhaltung abgebaut wird. Das kann man mit der "Walking-Aufhängung" am Schlingentisch erreichen. Auch hierbei ist es von Bedeutung dies in einer Position zu tun, die für den Patienten Schmerzfreiheit bedeutet. Um den Patienten zu stabilisieren, werden schwierigere Übungen eingesetzt, die unter anderem ein hohes Maß an Koordination benötigen.
Der Schlingentisch ist variabel für verschiedene Ziele einsetzbar. Die Therapie dient der Schmerzlinderung, Entlastung und der Resorptionsförderung. Sie kann mit anderen Techniken der Physiotherapie, wie Wärme oder der manuellen Therapie kombiniert werden. Der Therapeut kann mobilisieren und stabilisieren, durch den Schlingentisch können Bewegungen erleichtert und erschwert werden und gegen Gewichte und Federzüge angearbeitet werden.

Einsatzbereiche
Der Schlingentisch ist für alle Formen von Rückenbeschwerden einsetzbar, von Bandscheibenvorfällen über Halswirbelsäulenbeschwerden und Hexenschuss bis hin zu Skoliosen. Des Weiteren eignet er sich gut zur Behandlung von Arthrose und Arthritis, denn dabei ist oft eine Bewegung gegen die Schwerkraft nur unter Schmerzen möglich.

Weitere Anwendungsgebiete

  • - Zervicobrachialgie
  • - Ischialgie, Lumbalgie
  • - Gelenkkontrakturen
  • - Morbus Becherterew, Morbus Scheuermann
  • - Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • - Periphere Lähmungen, Plexusparese
  • - Postoperative Zustände bei Knie- und Schulteroperationen
  • - bettlägerige, teilbelastbare Patienten
  • - Teilbelastbare Wirbelfrakturen